
PROJEKTMANAGEMENT

Meine Begriffsdefinition des Projektmanagements ist geprägt durch fast 10 Jahre Arbeit als Projektentwickler und Projektleiter im Großanlagenbau der Prozessindustrie zu Beginn meiner beruflichen Entwicklung und durch die Arbeit als Changemanager in den vergangenen 15 Jahren. Der Begriff des Projektmanagements wird hier im Zusammenhang mit Projekten zur Unternehmensführung und Unternehmensentwicklung verstanden.
Ich habe mich auf Projekte in Unternehmen spezialisiert, die Entwicklungs- und Veränderungsprozesse zum Ziel haben. Projektmanagement - ich traue mich fast gar nicht die Fragen nach dem was ist das, warum macht man das und wie wird es gemacht, zu stellen. Vor dem Hintergrund, dass dieser Begriff seit vielen Jahren in allen möglichen Bereichen sowie Zusammenhängen auftaucht und sich viele Menschen selber als Projektmanager bezeichnen, müssten diese Fragen überflüssig sein. Meine Erfahrung zeigt jedoch, wie hilfreich es ist, meine Auffassungen zu diesem Begriff zu erläutern.
Nehmen wir zunächst einmal den Begriff des Managements, dessen Wurzeln vermutlich aus dem Lateinischen stammen „manus agere“, „an der Hand führen“ oder „mansionem agere“, „das Haus für den Eigentümer bestellen“. Ein Projekt gilt als ein klar umrissener Prozess, bestehend aus einzelnen Vorgängen, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Also handelt es sich beim Projektmanagement möglicherweise darum, jemanden bei der Erreichung eines bestimmten Ziels zu begleiten. Also sprechen wir von den Kümmerern oder Moderatoren eines Prozesses an dem Menschen beteiligt sind.
In Organisationen gibt es bestimmte Aufgabenstellungen, die nur durch systematisches Projektmanagement effizient und effektiv zu bewältigen sind. Die Anforderungen an professionelles Projektmanagent sind hoch. In mehr als hundert Jahren haben sich Methoden etabliert und viele Arbeitsweisen befinden sich heute aufgrund immer schneller werdender Veränderungen und komplexerer globaler Rahmenbedingungen im Wandel. Es gab noch nie Patentlösungen für das Projektmanagement. Vielmehr benötigen wir ein umfangreiches Wissen, um Projekte zum Erfolg führen zu können.
Als ich meine Arbeit als Projektmanager vor mehr als zwanzig Jahren begonnen habe, wurde meistens nur gefragt, welche Projektmanagementsoftware ich beherrsche und welche Methoden ich bereits angewandt habe. Heute steht ein wesentlich ganzheitlicheres Verständnis im Vordergrund, um gutes Projektmanagement machen zu können. Manchmal sind komplett neue Wege hinsichtlich der Arbeitsweise einzuschlagen. Ich habe besonders in den vergangenen Jahren neue Arbeitsweisen entwickeln müssen, damit gemeinsam mit den am Projekt beteiligten Menschen die Projektziele erreicht werden können. Der Mensch steht zentraler im Fokus des Managements und somit auch in den Projekten zur Unternehmensentwicklung.
Ideenriesen und Umsetzungszwerge
Es mangelt nicht an Ideen, woran es mangelt, sind realisierte Ideen. Ein zentrales Problem in Unternehmensorganisationen sind notwendige Veränderungsprozesse zur Sicherung einer erfolgreichen Zukunft.
Die Ideen reichen von Strategieprojekten über neue Produkte, Standortverlegungen bis hin zu Nachfolgeregelungen, um veränderten Rahmenbedingungen Rechnung tragen zu können. Es mangelt nicht an Ideen im Unternehmen, sondern an deren Umsetzung. Manchmal sind es eher zu viele Ideen, die alle zur gleichen Zeit realisiert werden sollen. Der real existierende Projektewahnsinn in Unternehmen fällt manchmal niemandem mehr auf. Die Ursache dafür ist sehr häufig die Selbstüberschätzung von Führungskräften und fehlende Methodik im Management.
Zahlreiche Unternehmer die ich kennenlerne, überfordern sich und ihre Mitarbeiter mit täglich neuen Ideen, anstatt einen nachvollziebaren Gesamtplan zu besitzen, den sie Schritt für Schritt abarbeiten. Ich erlebe es, wie sehr heute noch an tradierten Vorstellung der Unternehmensführung festgehalten wird. Demnach soll der Unternehmer immer auch der Manager, Ideengeber, Controller, Organisator und Personalentwickler sein. Unsinn, das ist nicht leistbar.
Was aber leistbar ist, dass ist die Zusammensetzung und Moderation von Gruppen. Organisationen sind komplexe Systeme mit einem unglaublichen Potential zur Entwicklung, Problemlösung und Zukunftsgestaltung. Management und Führung hat die Aufgabe, diese Systeme im Sinn der übergeordneten Ziele zu gestalten und zu lenken. Wir werden viele Aufgaben nur lösen können und Ideen nur umsetzen, wenn es uns gelingt, Menschen zu integrieren, zu beteiligen und an Veränderungsprozessen teilhaben zu lassen. Diese Kooperation und Integration bildet die eigentliche Herausforderung im Projektmanagement.
Für erfolgreiches Projektmanagement in Unternehmen ist ein Grundverständnis über das Funktionieren komplexer Systeme genau so wichtig wie Methodenwissen zum Thema Management und die Psychologie der Kommunikation, darüber hinaus schafft Fachwissen zu dem was im jeweiligen Unternehmen produziert oder gehandelt wird für den Projektmanager eine enorme Sicherheit im Handeln.
Regelmäßiges professionelles Ausmisten mit dem DSE-Modell

Mit fortschreitender Zeit sammelt sich in Organisationen immer mehr Unrat an, die Komplexität nimmt zu, regelmäßiges Ausmisten hilft. Mein Modell des dynamischen Scheißeeimers verstehen alle Zuhöhrer und die Zustimmung ist beeindruckend.
In vielen Unternehmen in denen ich in den vergangenen Jahren als Interimsmanager gearbeitet habe, haben sich über viele Jahre einzelne Sachverhalte zu einem Haufen von Problemen angesammelt. Ein Grund ist die Historie eines Unternehmens. Entwicklungen verlaufen nicht immer wie geplant, Rahmenbedingungen verändern sich oder etablierte Strukturen passen nicht mehr zur momentanen Situation des Umfeldes. Manchmal kann das Alter einer Organisation zur Belastung werden, wenn nicht regelmäßig aufgeräumt wird.
Nehmen Sie die vielen Einflüsse aus dem Umfeld eines Unternehmens, die dazu führen, dass im Verlauf von Jahren letztendlich Umsätze fallen oder Kosten steigen und alles komplexer wird. Leider ist es so, dass Menschen sich nicht immer von alleine diesem Problem stellen oder Organisationen sich überfordern, indem sie sich alleine mit diesem Haufen an Problemen beschäftigen. Aufräumen, Konsolidieren und Restrukturieren ist nicht die Stärke von jedem Unternehmer. Nicht jeder herausragende Unternehmer ist auch ein guter Manager. Manchmal erkennen wir auch, dass ein Generationswechsel notwendig ist, um ein Unternehmen in besseres Fahrwasser zu bekommen.
Um einen Veränderungsprozess im Rahmen eines Projektes umsetzen zu können, ist es zwingend erforderlich, neben allen Managementinstrumenten niemals den Menschen in seiner individuellen Entwicklungsfähigkeit und seinen Arbeitsweisen aus dem Blick zu verlieren. Ganz im Gegenteil, der Erfolg im Changemanagement beruht auf dem Ausschöpfen aller Ressourcen des einzelnen Mitarbeiters. Beim Aufräumen und Neugestalten einer Unternehmensorganisation müssen alle beteiligt werden.
Das Richtige, richtig tun.
Gefahren bereits im Anflug erkennen. Was würden Sie dem Flugkapitän raten, wenn Sie hier säßen? Meine Vermutung ist, Sie rufen so laut wie möglich, um die Flugrichtung – hier am besten nach unten - zu korrigieren. Manchmal komme ich mir als Projektmanger in Changeprozessen so vor wie der vermeintliche Fotograf dieses Fotos.
Das Schlimme ist, dass ich solche Bilder im Verlauf von großen Projekten bei einem Kunden mehrmals sehe, bis dann irgendwann endlich andere Methoden und Führungsstile benutzt werden, um den Unternehmenskurs festzulegen. In einigen Fällen ist es auch zu spät und das Ärgste ist nicht mehr zu vermeiden. Aber in solchen Situationen gibt es auch Möglichkeiten, den Schaden möglichst gering zu halten. Immer ist ein gutes Management gefragt, um den größt möglichen Erfolg erzielen zu können.
Die effektivste und effizienteste Veränderung von Unternehmensituationen hat immer mit Projektmanagement zu tun, weil es sich um einen Prozess handelt, der aus vielen einzelnen Vorgängen besteht, die miteinander vernetzt sind. Um erfolgreich sein zu können, ist es manchmal schon hilfreich nach links und rechts zu schauen und wahrzunehmen, was im Unternehmen passiert. Beispielsweise hatte ich einen Kunden, der es unter anderem versäumt hatte, seine eigenen kompetenten Mitarbeiter zur Beurteilung der Situation hinzuzuziehen.
Das Ergebnis waren neben Fehlentscheidungen, demotivierte Mitarbeiter und die Abwanderung von Leistungsträgern zum Wettbewerber. Manchmal sind die Methoden der Mitarbeiterführung und der Unternehmensleitung nicht mehr angemessen, weil sie nicht mit den Entwicklungen einer mündigen und offeneren Gesellschaft mithalten. Wenn der Kapitän sich nicht auf Wetterdienste, Fluglotsen, Copiloten oder einige Techniken verläßt, handelt er verantwortungslos.
Leider ist das keine Seltenheit, dass Kapitäne aus Eitelkeit oder Selbstüberschätzung keine Hilfe annehmen. In sehr vielen Unternehmen hat es mehrere Versuche gegeben Projekte neben der operativen Arbeit alleine, ohne fremde Hilfe umzusetzen. Das ist keine Ausnahme, sondern die Regel. In unserem Beispiel haben wir es immerhin auch mit zwei Kapitänen zu tun, die möglicherweise mehrere Fehler gleichzeitig gemacht haben. Das muss nicht sein, es gibt für alles Fachleute, und ein Unternehmer muss nicht alles alleine können.
Projekte müssen nicht scheitern!

Studien und Umfragen belegen, dass die meisten Projekte im Bereich des Changemanagement aus den gleichen Gründen scheitern:
- Schlechte Projektvorbereitungen und Projektplanungen
- Mangelhafte Kommunikation
- Mangelnde Ressourcenverfügbarkeit
- Zu optimistische Annahmen, falsches Antizipieren
- Unklare Rollenverteilung
- Überforderte Projektleitung / Projektteams
- Termindruck
- Starre Organisation, Hierarchie, mangelhafte Selbstorganisation
- Keine guten Arbeitsmethoden und Vorgehensmodelle
- Mangelhaftes Projekt- / Maßnahmencontrolling
- Schlechte / keine IT Werkzeuge
- Zu komplexe Aufgabenstellungen, Überforderung
Zu den besonders kritischen Erfolgsfaktoren gehören die Themen Planung und Kommunikation. Beides sollte von Beginn an in jedem Projekt einen hohen Stellenwert bekommen und ist nicht voneinander zu trennen. Die Etwicklung eines Projektes im Sinne der Planerstellung, von der ersten Idee bis zur Projektstruktur, Aufgabenverteilung und Teambildung schaftt bereits Bewußtsein und damit in aller Regel auch Bereitschaft zur Mitarbeit. Ein besonderer Faktor in Projekten des Changemanagements ist die Zeit, die wir uns, den Dingen und vor allem den Mitarbeitern einräumen oder einräumen können.
In Changeprojekten haben wir es mit sehr verschiedenen Prozessen zu tun, denen wir die angemessene Zeit einräumen müssen. Dies geschieht schon dadurch, dass wir im der Projektplanung möglichst genau ermitteln, welche Maßnahmen, Abläufe und Abhängigkeiten bestehen, um unser Ziel erreichen zu können. Hierin liegt sowohl die Grundlage einer realistischen Planung als auch die Möglichkeit, die Verantwortung auf selbst organisierte Projektgruppen zu übertragen. Die Arbeit in selbst organisierten Gruppen mobilisiert Kreativität, schafft Verantwortungsbewußtsein und Motivation zur Mitarbeit. In der Präsentation zum Thema Changemanagement erfahren Sie mehr über die Rolle von Projektteams und selbstorganisierten Gruppen.
„Jedes Problem im Unternehmen ist letztendlich ein Personalproblem.“ (Alfred Herrhausen)
Eine sehr deutliche Aussage, aber Menschen bilden nun einmal die Grundlage des Handelns in Organisationen. Alles was wir erreichen, erleben oder was wir verändern wollen, basiert auf Entscheidungen oder Verhaltensweisen, deren Resultate wir wieder messen und beurteilen, um dann in der Regel sofort oder später Veränderungen einzuleiten.
Aus meiner persönlichen Sicht bildet dies die Grundlage unseres Handlens überhapt, wenn es nicht sogar der Grund unserer Existenz ist. Die kontinuierliche Entwicklung unserer eigenen Lebenumstände oder die anderer Menschen mit der dazu gehörenden Befriedigung von Bedürfnissen oder Trieben könnte die Begründung unserer Existenz sein. Ganz gleich, ob wir über Dienstleistungen, Produkte oder unkommerzielle Handlungen sprechen, wir führen Veränderungen durch oder entwickeln uns persönlich weiter. Dieser Prozess der Weiterentwicklung steht besonders in Projekten im Vordergrund.
Es gibt die Lehrmeinung, dass wir beständig zwischen Phasen der Stabilität und Instabilität wechseln. Dabei haben wir instabile Phasen, in denen wir etwas investieren, was wir in stabilen Phasen ernten wollen. In Unternehmen verdienen wir dann wieder Geld, wenn wir vorher in unsere Entwicklung – Produkte, Produktionsgüter, Gebäude oder Organisatonen, investiert haben. Ich teile diese Sichtweise nicht mehr ohne Vorbehalt.
Wir sollten nicht davon ausgehen, dass wir Phasen haben, in denn sich unsere Unternehmen in vollkommener Stabilität befinden, also überhaupt keine Probleme oder Ziele existieren. Dies auch deshalb nicht, weil sich Rahmenbedingungen oder Einflussfaktoren immer schneller verändern. Nur, wenn wir dies akzeptieren und Organisationsformen weiter entwickeln, in denen die kontinuierliche Entwicklung und Verbesserung ein fester Bestandteil wird ohne psychotisch zu werden, können wir angemessen auf möglichst viele Veränderungen reagieren.
Unser Handeln muss auf den kontinuierlichen Wandel und die eigene Weiterentwicklung ausgerichtet sein. Nur, wenn wir in unseren Unternehmen das Projektmanagement als festen Organisationsbestandteil integrieren, werden wir als Unternehmen erfolgreich sein können.
Viele Projekte, sind wie rituelle Regentänze:

Sie haben selbstverständlich keinen Einfluss auf das Wetter!
„Bitte nicht den Tanz, sondern das Wetter verbessern!“
Nun sollten wir unseren Erfolg aber nicht an der Anzahl von Projekten messen oder bestimmten Moden folgen, um unsere Organisationen hinsichtlich ihrer Entwicklungsmöglichkeiten zu untersuchen und zu verändern. Leider führen viele von außen an uns herangetragene Projekte wie Zertifizierungen, Zwangsqualifizierungen, Audits, oder Produktivitätssteigerungen nicht automatisch zu generellen Verbesserungen einer Unternehmenssituation. Die notwendigen Projekte zur Ausweitung eines Geschäfts, Kostenreduzierung, Reorganisation oder Nachfolgeregelung gibt es nicht aus dem Einkaufsregal.
Unser Projektmanagementansatz basiert auf der Grundlage einer differenzierten Analyse, Ideenentwicklung, Handlungsempfehlung und Moderation von Entscheidungs- und Realisierungsprozessen. Hierbei werden die notwendigen Maßnahmen im Rahmen der Projektarbeit immer mit dem Kunden, seinen Führungskräften und in Teams aus Mitarbeitern entwickelt. Einen Standard gibt es nur bedingt bei den Methoden beziehungsweise bei den Werkzeugen, die wir aber auch immer an die Situation anpassen genauso wie wir die Inhalte in den Projekten anpassen. Wir verbinden Projektmanagement immer mit einem Prozess des Changemanagements und sehen uns als Moderatoren dieses Prozesses.
Weil wir uns für bestimmte Kunden im Mittelstand und in der Industrie spezialisiert haben und Erfahrungen in den unterschiedlichsten Projektarten haben, können wir Methodenwissen und Fachwissen kombinieren. Gutes Projektmanagement zeichnet sich nicht dadurch aus, dass herumgetanzt wird sondern durch:
- Ausgeprägte Umsetzungsorientierung, kurze Einarbeitungszeiten,
- Erfahrung in der Unternehmensgründung, Unternehmensrestrukturierung, Unternehmensführung und Unternehmenssanierung,
- Erfahrung in den Methoden und Prozessen des Projektmanagements,
- Entlastung von Führungskräften und flexible Unterstützung im Projektgeschäft,
- Objektivität, Unabhängigkeit im Urteilen und Handeln,
- Globale Sichtweisen und Einbringung unternehmerischer Entscheidungshilfen,
- Erfahrung i.d. Bereichen Marketing, Technik, Betriebswirtschaft, Organisation und Recht etc.
- Fundierte Spezialkenntnisse in besonderen Bereichen z.B. Produktion, Handel
- Managementkompetenz in Linien- und Projektorganisationen,
- Führungskompetenz, Erfahrung im Kommunikations- und Konfliktmanagement,
- Einbringen hoher Sozialkompetenz, gefestigter Persönlichkeit und Empathie.
Unternehmensentwicklungen müssen alle Bereiche als Ganzheit berücksichtigen!

Projekte in der Unternehmensentwicklung müssen alle Bereiche als Ganzheit berücksichtigen. Ein Kunde stellte mich vor einiger Zeit seinen Mitarbeiter als jemanden vor, der ihn als Gesellschafter-Geschäftsführer beim Wachstum des Unternehmens unterstützen sollte. Ich war sehr höflich und zurückhaltend bei den ersten Vorstellungsrunden und fügte den Erläuterungen zunächst nicht sehr viel hinzu. Mir war von Beginn der Zusammenarbeit an klar, dass es beim Wachstum des Unternehmens auch um die Beantwortung der Frage geht, welche Rolle der Inhaber überhaupt noch bei der Umsetzung seines Projektziels spielen wird.
Ich wusste auch aus vielen Projekten als Interimsmanager, dass wir über die Organisation, die Prozesse, die IT-Systeme, die Personalentwicklung und vor allem über das Management sprechen würden. In diesem Unternehmen hatte sich in zwanzig Jahren fast gar nichts an den Strukturen und Inhalten verändert. Alles war noch so wie in den ersten Jahren, was zunächst zu einem großen Erfolg geführt hatte, aber seit einigen Jahren waren die Umsätze rückläufig. Dieses Unternehmen läßt sich mit vielen anderen vergleichen vor allem deshalb, weil sie ein Managementproblem haben. Ein Unternehmen kann viele Jahre erfolgreich sein, weil ihm ein Unternehmensgründer die wesentlichen Impulse gibt, um sich in dem jeweiligen Markt zu etablieren und zu einer bemerkenswerten Größe zu wachsen. Aber die Größe eines Unternehmens sagt noch nichts über deren Qualität und Wert aus. Schnelles Wachstum birgt das Risiko, dass nicht alles inerhalb der Organisation mitwächst.
Im Verlauf von Jahren verändern sich Marktsituationen, Kunden und Mitarbeiter hinsichtlich ihrer Bedürfnisse. In dem oben geschilderten Fall hatte man sich jahrelang gegen das Thema E-Commerce entschieden, keine angemessenen Personalentwicklungsmethoden etabliert und die veralterte IT Umgebung führte zu enormen Produktivitätsverlusten. Aber das herausragenste Problem im Unternehmen war der Führungsstil und die Managementmethoden aus einem vorherigen Jahrhundert. Bevormundende Führsorge und Misstrauen prägten die Zusammenarbeit, was dazu führte, dass sich Mitarbeiter immer in einer Art abwartender Haltung befunden haben und auf Anweisungen warteten. Viele Mitarbeiter arbeiteten unterhalb des eigenen intellektuellen Vermögens, selbstständiges und eigenverantwortliches Arbeiten war die Ausnahme.
Aus einem auf Wachstum verkürztes Projektziel ist ein umfangreicher Changemanagementprozess geworden, weil alle diese Dinge miteinander vernetzt sind. Es ist wie bei einem Topf mit Spaghetti, es kann sein, wenn sie an einer Nudel ziehen, haben Sie am Ende den gesamten Inhalt des Topfes an der Hand. In meinem geschilderten Fall wurde aus dem Thema Wachstum und Sicherung einer erfolgreichen Unternehmenszukunft der Beginn einer Nachfolgeregelung, die erst in einigen Jahren abgeschlossen sein wird, wenn der neue Koch am Herd stehen wird.
„Weltverbesserer gibt es genug, aber einen Nagel richtig einschlagen können die wenigsten“ (Henrik Ibsen, 1828 – 1906)

Dieser Spruch von Henrik Ipsen steht als persönliches Motto seit Jahren unter meinen E-Mails. Die Begründung ist sehr einfach. Ich habe mir die Frage nach meiner beruflichen Identität gestellt – bin ich Unternehmensberater oder nicht? Nein, ich bin kein Unternehmensberater. Projektmanagement ist nicht automatisch Unternehmensberatung, weil nicht das Ratgeben, sondern das Managen im Vordergrund steht.
Ein Teil meines beruflichen Selbstbewußtseins und ein wenig Stolz resultiert daraus, dass ich gelegentlich in Unternehmen komme, nachdem schon einige Berater tätig waren, um etwas im Unternehmen zu reorganisieren, die Kosten zu reduzieren, neue Märkte zu erschließen, etwas auszugliedern, die Nachfolge zu begleiten und und und.
Manchmal wurden Projekte abgebrochen, manchmal Teilerfolge erzielt und ganz häufig nach Beendigung eines Projektes bereits eingeführte Veränderungen rückgängig gemacht. Jedes Scheitern hat mit den zuvor bereits genannten Gründen zu tun und dies resultiert sich zu einem großen Anteil auch aus der generellen Methode des verantwortlichen Projektmanagers. Was nützt die Umsetzung eines Projektes, wenn nicht auch Konsequenzen aus deren Realisierung erfolgen.
Nehmen Sie alleine Projekte zur Reorganisation, um die Produktivität zu verbessern und Kosten zu reduzieren: nur wenn sich Verhaltensweisen verändern, ist eine Reorganisation wirklich erfolgreich. Was nützen Ratschläge, neue Organigramme oder neue Titel auf Visitenkarten? Nichts!
Um nachhaltige Erfolge zu erzielen, schaffen wir Bewußtsein, verändern Denkweisen und Verhaltensmuster. Jedes Projekt, auch Investitionen in Maschinen oder Gebäude sind nur dann erfolgreich, wenn daraus neue Arbeitsweisen entstehen. Solche Veränderungsprozesse vollziehen sich nur dann nachhaltig, wenn sie im Individuum vollzogen werden. Dies erreichen Manager nur durch einen ganzheitlichen Ansatz, bei dem der Mensch im Mittlepunkt der Veränderung steht. Veränderungen vollziehen sich nicht nur durch Rat geben, sondern durch Rat annehmen infolge von Bewußtseinsprozessen und Erfahrungen. Projektmanagement im Bereich der Unternehmensentwicklung ist für mich die Moderation von Veränderungen, damit Leistung durch Führung zum Erfolg wird.
Zusammenfassung, welche Merkmale professionelles Projektmanagement im Unternehmensumfeld ausmacht
Projektmanagement hilft zu neuen Sichtweisen, begeistert und generiert Wissen!
Projektmanagement macht die Komplexität der Organisation sichtbar und hilft Ideen umzusetzen!
Projektmanagement schafft durch professionelle Kommunikation herausragende Entwicklungsprozesse.
Projektmanagement steht für:
- Effektivität und Effizienz
- Motivation von Menschen
- Entwicklung von Teams
- Lösungsorientierung
- Optimierte Kommunikation
- Risikoreduzierung
- Leistungssteigerung
- Kompetenzentwicklung
- Komplexitätsreduzierung
- Methodenkompetenz
- Projektmanagement Inhalte:
Projektplanung- Maßnahmencontrolling
- Multiprojecting
- Moderation Projektteams
- Projektkommunikation
- Projektdokumentation
- Präsentationen, Veröffentlichungen
- Teamentwicklung
- Mediation in Konfliktsituationen
- Mitarbeiterqualifikation, Coaching
Erfolgreiches Management basiert auf einer paradoxen Mischung aus persönlicher Bescheidenheit, Disziplin, Mut und Professionalität


